Pflegekleidung 2023 – Preisdruck vs. Wertschätzung? 

Einheitlichen Auftritt zeigen und Individualität behalten? Kosten nicht aus den Augen verlieren und Hygiene sichern?  Beim Thema Pflege gibt es viele Herausforderungen. Auch bei der Berufskleidung fürs Team – denn die Mitarbeiter sind das Wichtigste. Im Gespräch mit Maren Gewand vom textilen Mietdienstleister DBL über Trends im Jahr 2023.


Frau Gewand, wie entwickelt sich die Nachfrage in der Pflegebranche?  

Stark. Es gibt eine große Nachfrage. Das nochmals gesteigerte Hygienebewusstsein in der Branche spielt da sicherlich eine entscheidende Rolle. Aber eben auch die gewünschte Entlastung der Mitarbeiter durch Vollversorgung im Mietservice. Viele Pflegeinstitutionen arbeiten deshalb mittlerweile mit externen Dienstleistern wie der DBL zusammen. Das spricht sich rum, macht Schule, viele ziehen nach.  

Was ist im Pflegebereich aktuell gefragt? 

Trend ist nach wie vor, dass es die Mitarbeiter sehr individuell und bequem mögen. Und hier galt es lange, den Spagat zwischen Freizeitlook und professioneller einheitlicher Dienstkleidung zu schaffen – die Mitarbeiter mitzunehmen. Wir bieten Mietlösungen mit extrem guten Artikeln der Konfektionäre und Hersteller, mit denen wir zusammenarbeiten. Das überzeugt. Beispiel: die aktuelle BP Kollektion Med & Care. Hier flasht mich besonders der Comfort Kasack, der sich so komfortabel wie ein Poloshirt trägt, aber auch alle Funktionalitäten eines Kasacks mitbringt – sprich Taschenanordnung, Stabilität etc. Das sind tolle Kollektionsteile, deren hohe Wertigkeit auch die Mitarbeiter sofort erkennen und für sich als Mehrwert begreifen. Mit solchen Kollektionen gelingt es heute, die Mitarbeiter mitzunehmen und zu begeistern. 

Gibt es bei Mitarbeitern im ambulanten Bereich andere Ansprüche als bei jenen im stationären? 

Ja. Hier bieten wir Lösungen über verschiedene Module an. Wir statten heute kaum noch ein Pflegeheim mit komplett gleicher Berufskleidung aus. Und hier ist auch die ambulante Versorgung ein eigener Bereich. Diese Mitarbeiter, die viel unterwegs sind, viel Auto fahren, benötigen beispielsweise immer noch mal ein wärmendes Teil – etwa eine Fleecejacke. Etwas, dass die Mitarbeiter in den mit 24 Grad beheizten Räumen im stationären Bereich nicht brauchen. Ebenso sind hier weniger weiße Hosen als welche mit dunkler Farbe gefragt. Grundsätzlich gilt – egal ob ambulant oder stationär – es muss immer eine individuelle Lösung sein. Beispiel: Jemand, der im Hygienebereich arbeitet, zieht andere Kollektionsteile an, als jene, die dort etwa in der Ergotherapie arbeiten. Alle gehören zum Team, unterscheiden sich aber in der Farbe und Zusammenstellung ihrer Berufskleidung. Auswahl ist heute entscheidend. Ein Pflegeheim, ein Kasack, eine Hose – das ist einfach passé! 

Gibt es modische Entwicklungen? 

Wir gehen beispielsweise bei den Farben immer mehr Richtung bevorzugte mögliche Privatfarben. Weiß ist hier zwar bei den Hosen immer noch ein hygienisches Stilmittel, wird viel getragen. Aber ansonsten sind bei den Oberteilen gebrochene, weiche Farben angesagt. Wohlfühlfarben wie dunkle Brombeere, dunkles Lila, dunkles Blau. Farben, die vom Krankenhauscharakter abweichen. Damit wollen sich die Pflegeinstitutionen klar abgrenzen. In einem Pflegeheim stellten wir aktuell Jeanskasacks vor – davon waren die Mitarbeiter begeistert. Auch ein Trend. 

Wie kommen nachhaltige Kollektionen an?  

Es ist schon auch ein Thema für die preissensible Pflegebranche. Und einige unserer Kunden gehen heute sogar davon aus, dass die Kleidung fair produziert wird. Entsprechende Angebote, wie die DBL sie im Programm hat, machen also Sinn. Es wird sicherlich noch selbstverständlicher und Standard werden – wie im gesamten Mode- und Bekleidungsbereich.  

Welche Lösungen gibt es für die preissensible Pflegebranche, die bei der Ausstattung ihrer Mitarbeiter möglichst flexibel und im Basissegment bleiben wollen? 
Für Kunden, die sehr auf das Budget achten, bieten wir Basismodelle an. Auch hier gibt es hervorragende Artikel, bei denen das Gewebe dann vielleicht keines aus Stretch ist, die dennoch leicht und sehr komfortabel zu tragen sind. Als textiler Mietdienstleiser beraten wir sehr umfangreich im Vorfeld, bieten Konzeptlösungen über verschiedene Kombinationen bei Hosen und Oberteilen. Schauen, wo welche Taschenkonzepte auszugleichen sind, wo gespart werden kann. Wichtig: Unsere Kunden haben die Gewissheit, dass auch die Modelle im Basissegment hochwertig sind und der professionelle Auftritt damit gegeben ist. Woran nie gespart werden sollte, ist die Ausstattungsmenge der Mitarbeiter. Denn dies würde sich unmittelbar auf die Hygiene auswirken. Ein Kasack pro Woche? Bitte nicht! Dem Team sollten wirklich immer genügend Kleidungsteile zum Wechsel bereitgestellt werden. Dazu raten wir – und dafür sorgen wir ja auch im Mietservice.  

Wie unterstützen Sie in diesen Zeiten als Dienstleister -welche Argumente überzeugen die Branche?  

Natürlich mit dem Hygieneaspekt, den wir durch unsere zertifizierten Waschprozesse ja gewährleisten und dokumentieren. Das ist ein wichtiger Faktor. Aber zunehmend geht es auch um die Akzeptanz des Pflegeberufes. Was in anderen Berufsgruppen wie etwa in Industrie und auch Handwerk längst normal ist – sich mit professioneller Teambekleidung zu präsentieren – gewinnt auch im Pflegebereich an Bedeutung. Und wir bieten dafür sehr gute und moderne Berufskleidung. Das will man auch in der Pflege. Man ist ja nicht irgendwer! Sondern auch ein Team, trägt auch ein Logo, bevorzugt hochwertige Markenkleidung. Die Mitarbeiter hier mit Wertschätzung auszustatten ist sinnvoll. Denn das Selbstbewusstsein in den Pflegeberufen wächst. Zu Recht! 
 


  
  

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